Second Life, Second Gender?

April 4th, 2007 by chimera

Die Leute von tech:babbel veranstaltet am 21. April eine Diskussion zu Second Life und Geschlecht, hört sich spannend an:

Sich dem seit einigen Monaten anhaltenden Rummel um das Online-Spiel der kalifornischen Firma Linden Lab zu entziehen ist gar nicht so einfach: Feuilletons, Kultur- Wissenschafts- und Gesellschaftsformate überschlagen sich im Tritschtratsch um die Online-Welt, die keine vordefinierten Spielziele nennt, und sich als Vorbild am good old RealLife(TM) orientieren soll.

So gibt es auch in SecondLife die Front National, sowie Demos gegen sie, und einen Exklusiv-Korrespondenten von Reuters, der über die virtuellen Proteste berichtet. Nicht wenige Menschen gehen in ihrem zweiten Leben einer Lohnarbeit nach und/oder nehmen durch den Verkauf virtueller Accessoires sogenannte LindenDollar ein, das mensch in hartes Echt-Geld umtauschen kann. Das Salzburger Wirtschaftsförderungsinstitut veranstaltet Lehrgänge für UnternehmerInnen die ihrerseits ein Stück vom Kuchen des Zweitlebens abbeißen wollen während andernorts bereits von einer Revolutionierung der Darstellung von Online-Content philosophiert wird.

Der Fokus unserer Betrachtung liegt weniger am ökonomischen Aspekt, als an den Möglichkeiten und Formen von Sexualität in Second Life zu leben. Wie ist das, wenn mensch völlig problemlos und jederzeit switchen kann, zwischen verschiedenen (vergeschlechtlichten) Körpern? Wie stellen sich Fragen nach Sexualität und Geschlecht überhaupt in einer Welt in der Körper - vielleicht doch nur scheinbar - maximal editierbar sind?

Wir würden gerne gemeinsam mit euch fragen und diskutieren. Es soll auch die Möglichkeit geben, in SL einzusteigen, um sich das ganze selbst anschauen zu können.

Stattfinden tut die Diskussion in 1010 Wien, Wipplingerstrasse 23. (Bekannt u.a. durch das que[e]r.)

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Technologie, Geschlecht und Gesellschaft. Eine feministische Annäherung.

March 27th, 2007 by chimera

Morgen findet im que[e]r eine Veranstaltung von tech:babbel mit Corinna Bath statt:

Gender Mainstreaming ist in aller Munde. Es gilt, Geschlechterperspektiven in alle Bereiche, d.h. in den Mainstream hineinzubringen. In Bezug auf Informatik und IT wird dies meist so verstanden, dass unterschiedliche Zugänge von Frauen und Männern berücksichtigt werden sollen. Geschlechterdifferenzen werden eher betont als abgebaut; Defizite der technischen Kompetenz bei den Frauen gesehen.

Demgegenüber möchte ich den Blick auf die Technologien selbst richten und die in sie eingeschriebenen “Politik” diskutieren: Wie werden Geschlecht und andere Ungleichheitsstrukturen in technische Produkte eingeschrieben? Welche Alternativen zu den vorherrschenden Praktiken ließen sich vorstellen? Und was können Strategien sein, um Software und IT in einem gesellschaftskritischen und feministischen Sinne zu konstruieren?

Vortrag und Diskussion mit Corinna Bath

Eine gemeinsame Veranstaltung von que[e]r und tech:babbel

Also: Wenn möglich hinkommen!

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Annalee Newitz am 23C3

January 3rd, 2007 by chimera

Annalee Newitz hielt am eben vergangenen 23C3 einen Vortrag mit dem Titel “Revenge of the Female Nerds”. Ich war selber nicht am 23C3, (weil mich das EAST erh,egg nicht wirklich ansprach, aber vielleicht sollte ich es mir nächstes Jahr doch einmal ansehen) aber in diversen Blogs gibt es Berichte zu dem Vortrag.

Das mädchenblog widmet dem Vortrag zwei Beiträge und zahai schreibt dort etwas, was ich am EAST erh, egg ähnlich empfand:

sei es die unterstellung, mensch sei nur wegen der “sozialen aspekte” auf einem internationalen hackercongress, bzw als die “freundin von …”, oder der zwang, weit besser zu sein als die männlichen kollegen, nur um gleichermaßen respektiert zu werden.

sv schreibt ebenfalls im mädchenblog, was meines Erachtens eines der grundlegenden Probleme bei Frauen und Technik/Computer ist:

entweder, Frauen werden nicht wahrgenommen und übergangen, oder sie bekommen extra Aufmerksamkeit, was meistens unangenehm ist

Ich denke, hier ist es nicht leicht, eine gute Balance zu finden, außerdem liegt diese auch von Person zu Person wo anders. Aber auch hier ist es wieder besonders wichtig, dass die Initiative primär von Frauen ausgeht. Hier ist es ähnlich wie bei diversen Förder-Programmen für Frauen in die Technik, viele wollen in erster Linie ihr Ding machen können, ohne ständig das Gefühl zu haben, eine Sonderbehandlung nötig zu haben. Sammelsurium hat in ihrem/seinem Blog ein Interview mit Annalee Newitz niedergeschrieben, das ebenfalls diese schwierige Frage behandelt:

No, women in situations such as here become visible in ways that are uncomfortable to them.
But on the other hand: Here in Berlin are more female speakers than I expected and the organizing committee tried actively to get women in. And that shows, that if you do make outreach to women, they come and the situation becomes more balanced.

Es kommt also scheinbar vor allem darauf an, wie mensch auf Frauen zugeht bzw. in welchem Kontext. Wenn es um die Konzeption und das Bestimmen der Inhalte eines Kongresses (oder anderer Veranstaltungen oder gar “Produktionen”) geht, dann ist es sinnvoll, während dem Kongress selber ist es wahrscheinlich am besten, einfach bei den inhaltlichen Fakten zu bleiben.

Scrupeda hat auch einen Blog-Eintrag zu dem Vortrag.

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