Gender Studies in Second Life

September 8th, 2007 by chimera

heise berichtete gestern über “Barbies mit Bart: Verhaltensforschung in Second Life“:

Gender-Bending ist eine beliebte Spielart in virtuellen Welten, in denen Avatare frei entworfen werden können. So ist in erotisch aufgeladenen Umgebungen wie Second Life nicht immer sofort klar, ob hinter dem scharfen Barbie-Avatar nicht ein Schnauzbartträger aus Wanne-Eickel steckt. Die Wirtschaftsinformatikerin Mareike Schoop von der Universität Stuttgart-Hohenheim meint, dass Barbie ihren Schnäuzer nicht vollständig kaschieren kann und will mit einem Forschungsprojekt unter anderem aufzeigen, wie unterschiedlich sich Frauen und Männer online verhalten.

Die Schwerpunktsetzung dürfte doch anders sein als bei “Second Life, Second Gender?“, weil weniger Wert auf “neue” Geschlechter gelegt wird, als auf “klassisches” Gender-Swapping (d.h. kein Ausbrechen aus der binären Geschlechteridentität). Außerdem wird in dem Artikel das erotische Betont, was ja meines Erachtens bei weitem nicht das einzige ist, worüber mensch Geschlechter einteilt. Gut auf jeden Fall, dass sich hier etwas tut (und sogar auf heise Platz findet).

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Queer Online

April 23rd, 2007 by chimera

Es ist soeben ein neues Buch erschienen, dürfte interessant sein:

This collection draws together contemporary research into queer theory and practices, as they intersect with new media and communication technologies. It provides a synthesis of critical debates in these fields followed by empirical analyses of current and historical internet activities. These include, among others, a study of changing leathersex identities as meeting spaces moved from bars to online chat rooms, an investigation of the dynamics of racial identity as social sites moved from text-based to visually-based media and the tensions between community and audience identities inherent in commercial affinity portals.
The chapters investigate the relations between the technical, legal and industrial organization of online media and the queer practices that they facilitate. While scholarly and theoretically rigorous, its rich empirical detail makes Queer Online vital reading for activists and members of queer communities, in the academy and beyond.

hier zu beziehen (über die air-l mailing-liste)

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StudiVZ und gendertrouble…

April 10th, 2007 by chimera

Emanzipation-oder-Barbarei schreibt in einem Blogeintrag über das StudiVZ und die Unmöglichkeit weder Mann noch Frau zu sein:

Wer sich nämlich bei der Anmeldung keine der beiden vorgegebenen Geschlechtsidentitäten (eben: männlivch/weiblich) entscheiden mag, wird schlicht und ergreifen nicht zugelassen.

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Second Life, Second Gender?

April 4th, 2007 by chimera

Die Leute von tech:babbel veranstaltet am 21. April eine Diskussion zu Second Life und Geschlecht, hört sich spannend an:

Sich dem seit einigen Monaten anhaltenden Rummel um das Online-Spiel der kalifornischen Firma Linden Lab zu entziehen ist gar nicht so einfach: Feuilletons, Kultur- Wissenschafts- und Gesellschaftsformate überschlagen sich im Tritschtratsch um die Online-Welt, die keine vordefinierten Spielziele nennt, und sich als Vorbild am good old RealLife(TM) orientieren soll.

So gibt es auch in SecondLife die Front National, sowie Demos gegen sie, und einen Exklusiv-Korrespondenten von Reuters, der über die virtuellen Proteste berichtet. Nicht wenige Menschen gehen in ihrem zweiten Leben einer Lohnarbeit nach und/oder nehmen durch den Verkauf virtueller Accessoires sogenannte LindenDollar ein, das mensch in hartes Echt-Geld umtauschen kann. Das Salzburger Wirtschaftsförderungsinstitut veranstaltet Lehrgänge für UnternehmerInnen die ihrerseits ein Stück vom Kuchen des Zweitlebens abbeißen wollen während andernorts bereits von einer Revolutionierung der Darstellung von Online-Content philosophiert wird.

Der Fokus unserer Betrachtung liegt weniger am ökonomischen Aspekt, als an den Möglichkeiten und Formen von Sexualität in Second Life zu leben. Wie ist das, wenn mensch völlig problemlos und jederzeit switchen kann, zwischen verschiedenen (vergeschlechtlichten) Körpern? Wie stellen sich Fragen nach Sexualität und Geschlecht überhaupt in einer Welt in der Körper - vielleicht doch nur scheinbar - maximal editierbar sind?

Wir würden gerne gemeinsam mit euch fragen und diskutieren. Es soll auch die Möglichkeit geben, in SL einzusteigen, um sich das ganze selbst anschauen zu können.

Stattfinden tut die Diskussion in 1010 Wien, Wipplingerstrasse 23. (Bekannt u.a. durch das que[e]r.)

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Technologie, Geschlecht und Gesellschaft. Eine feministische Annäherung.

March 27th, 2007 by chimera

Morgen findet im que[e]r eine Veranstaltung von tech:babbel mit Corinna Bath statt:

Gender Mainstreaming ist in aller Munde. Es gilt, Geschlechterperspektiven in alle Bereiche, d.h. in den Mainstream hineinzubringen. In Bezug auf Informatik und IT wird dies meist so verstanden, dass unterschiedliche Zugänge von Frauen und Männern berücksichtigt werden sollen. Geschlechterdifferenzen werden eher betont als abgebaut; Defizite der technischen Kompetenz bei den Frauen gesehen.

Demgegenüber möchte ich den Blick auf die Technologien selbst richten und die in sie eingeschriebenen “Politik” diskutieren: Wie werden Geschlecht und andere Ungleichheitsstrukturen in technische Produkte eingeschrieben? Welche Alternativen zu den vorherrschenden Praktiken ließen sich vorstellen? Und was können Strategien sein, um Software und IT in einem gesellschaftskritischen und feministischen Sinne zu konstruieren?

Vortrag und Diskussion mit Corinna Bath

Eine gemeinsame Veranstaltung von que[e]r und tech:babbel

Also: Wenn möglich hinkommen!

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Referatsfolien / Uni-Seminar

January 15th, 2007 by chimera

Ich hatte auf der Uni zwei Referate zu Geschlechterforschung & Informatik. Eines davon über die Hackerkultur am Norwegian Institute of Technology (NIT) und das andere über einen Teil von Valeska Lübkes Buch “Cybergender - Geschlecht und Körper im Internet“.

Zu beiden habe ich Präsentationsfolien gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zu Internet und Genderswapping, dem Thema des zweiten Referats, werde ich auch noch den einen oder anderen Text schreiben, aber derzeit haben (leider) andere universitäre Dinge Vorrang. (Und da wäre natürlich noch eine neue Regierung, die in vielerlei Hinsicht zum Kotzen ist.)

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virtuelles Crossdressing

January 3rd, 2007 by chimera

Irina Gangl, Friederike Rumschöttel, Gerald Zahn schreiben in ihrem Text “Virtuelles Crossdressing - Identitätskonstruktion via Cyberspace” über die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn mensch sich als ein anderes Geschlecht oder ohne Geschlecht in ein MUD einloggt:

Muds bieten also die Möglichkeit ein Selbst zu konstruieren, das einem womöglich besser erscheint, als sein reelles Ich.

In erster Linie finde ich den Begriff des “virtuellen Crossdressings” nett. In dem Text wird kurz auf die Folgen des virtuellen Crossdressings eingegangen:

Im Internet kann das Crossdressing (einloggen als das andere Geschlecht) Probleme hervorrufen. Z.B.: Wie beeinflußt das Geschlecht Sprache und Verhalten und das Sprechen über Erfahrungen.
Das “echte” Geschlecht zu erraten, wird zum Sport. Neutrale Charaktere verunsichern andere MUD-Teilnehmer. Das Wissen über das “wirkliche” Geschlecht vermittelt auch in dem eigentlich anonoymen Rahmen des Internets so etwas wie Sicherheit. Geschlechtliche Differenzierungen sind offensichtlich eine der wenigen Orientierungspunkte in der virtuellen Welt geblieben.

Leider ist der Text nicht sehr ausführlich, aber schon alleine für den Begriff bin ich sehr dankbar :-)

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Lara Croft: “Alte Puppe im neuen Cyberspace”

January 3rd, 2007 by chimera

Auf der Suche nach Informationen zu Geschlecht und Internet kam ich auf einen Text von Marli Feldvoss über Lara Croft (letztes update 2002):

Die draufgängerische und coole Grabräuberin Lara Croft mit der opulenten Oberweite, dem schwingenden dunklen Zopf, dem herausfordernden Blick über dem Brillenrand, den kurzen Shorts, hüfthohen Pistolenhalftern und rustikalen Boots war überhaupt die erste nennenswerte interaktive Heldin (…)

Der Text ist nicht allzu lang und meines Wissens gibt es zu Lara Croft bereits relativ viel Literatur (aber sie interessiert mich nur am Rande). Der Text geht auch auf einen möglichen postfeministischen Anspruch von Lara Croft ein:

Die Vielschichtigkeit der Figur und ihre kämpferische Ausdauer als Abenteurerin und Archäologin verleihen ihr ein Bewegungspotenzial, das eindeutig über dem Frauen zugebilligten Durchschnittswert liegt. Auch ihre zwischen Unisex und erotischen Signalen oszillierende Ausstrahlung scheint eher auf Komplexität, Widersprüchlichkeit und Offenheit zu zielen.

Auch zu diesem Aspekt gibt es bestimmt weitere Informationen, die ich nicht kenne. Lara Croft ist aber sicherlich für andere lebensnah aussehende weibliche Avatare in 3D-Spielen ein Einfluss gewesen.

Nachtrag: Ein Artikel von Diedrich Diederichsen in der taz zu Lara Croft.

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23c3 und Frauen, Teil II

January 3rd, 2007 by chimera

Auch netzpolitik.org hat ein Posting zum 23C3 und Frauen, und zwar anlässlich eines Artikels der FAZ, “Die neue Hack-Ordnung“, der sich um Frauen im CCC am Beispiel Constanze Kurz dreht:

Sie schreibt an einer Dissertation über „Überwachungstechnologien“ und hält Vorlesungen zur „Geschichte der Verschlüsselung“ an der Universität. „Aber da kann ich nicht politisch argumentieren“, sagt sie, „sondern nur wissenschaftlich. Ich bin aber ein zutiefst politischer Mensch.“ Sie repräsentiert die neue Zeit im CCC: weiblich, technikaffin, politisch engagiert.

Allerdings dreht sich der Artikel sonst eher um den CCC als politischen Akteur und weniger um die Rolle, die Frauen darin spielen. (Gut, es wird darauf hingewiesen, dass es wenige sind und dass Constanze bei der Gestaltung des 23C3 dabei ist, aber sonst?) Besonders spannend finde ich den ersten Absatz des Berichts:

Sie ist eine Frau. Schon dadurch fällt sie auf. Constanze Kurz, blonder Zopf, 32 Jahre alt, sitzt zwischen vier Männern auf dem Podium.

Mensch vergleiche diese Passage mit dem Beispiel im mädchenblog.

Aber Constanze ist selber definitv politisch und technik-affin, netzpolitik hat auch ein Interview mit ihr vom Jänner 2006.

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Annalee Newitz am 23C3

January 3rd, 2007 by chimera

Annalee Newitz hielt am eben vergangenen 23C3 einen Vortrag mit dem Titel “Revenge of the Female Nerds”. Ich war selber nicht am 23C3, (weil mich das EAST erh,egg nicht wirklich ansprach, aber vielleicht sollte ich es mir nächstes Jahr doch einmal ansehen) aber in diversen Blogs gibt es Berichte zu dem Vortrag.

Das mädchenblog widmet dem Vortrag zwei Beiträge und zahai schreibt dort etwas, was ich am EAST erh, egg ähnlich empfand:

sei es die unterstellung, mensch sei nur wegen der “sozialen aspekte” auf einem internationalen hackercongress, bzw als die “freundin von …”, oder der zwang, weit besser zu sein als die männlichen kollegen, nur um gleichermaßen respektiert zu werden.

sv schreibt ebenfalls im mädchenblog, was meines Erachtens eines der grundlegenden Probleme bei Frauen und Technik/Computer ist:

entweder, Frauen werden nicht wahrgenommen und übergangen, oder sie bekommen extra Aufmerksamkeit, was meistens unangenehm ist

Ich denke, hier ist es nicht leicht, eine gute Balance zu finden, außerdem liegt diese auch von Person zu Person wo anders. Aber auch hier ist es wieder besonders wichtig, dass die Initiative primär von Frauen ausgeht. Hier ist es ähnlich wie bei diversen Förder-Programmen für Frauen in die Technik, viele wollen in erster Linie ihr Ding machen können, ohne ständig das Gefühl zu haben, eine Sonderbehandlung nötig zu haben. Sammelsurium hat in ihrem/seinem Blog ein Interview mit Annalee Newitz niedergeschrieben, das ebenfalls diese schwierige Frage behandelt:

No, women in situations such as here become visible in ways that are uncomfortable to them.
But on the other hand: Here in Berlin are more female speakers than I expected and the organizing committee tried actively to get women in. And that shows, that if you do make outreach to women, they come and the situation becomes more balanced.

Es kommt also scheinbar vor allem darauf an, wie mensch auf Frauen zugeht bzw. in welchem Kontext. Wenn es um die Konzeption und das Bestimmen der Inhalte eines Kongresses (oder anderer Veranstaltungen oder gar “Produktionen”) geht, dann ist es sinnvoll, während dem Kongress selber ist es wahrscheinlich am besten, einfach bei den inhaltlichen Fakten zu bleiben.

Scrupeda hat auch einen Blog-Eintrag zu dem Vortrag.

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